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Wenn man Stefanie Wahl fragt, woran man gute Sportjournalisten erkennt, antwortet sie mit Umschreibungen wie „gut zuhören können“, „über ein solides Netzwerk an Informanten verfügen“, „sich vor Ort ein kleines bisschen im Hintergrund halten, aber im entscheidenden Moment zuschlagen können“ und „ein gutes Verhältnis zu seinen Kollegen haben“. Vor allem aber erwähnt sie einen Begriff, bei dem es einem nicht peinlich sein muss, ihn nachzuschlagen: „Gute Sportjournalisten verfügen über ein hohes Maß an intrinsischer Motivation.“

Stefanie Wahl ist eine der wenigen Leiterinnen eines Sportressorts. Während Frauen in anderen Ressorts deutlich aufgeholt haben, ist der Sport nach wie vor eine Männerdomäne. Gerade einmal zehn Prozent der rund 3.700 Mitglieder des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) sind Frauen.

Stefanie Wahl nimmt’s gelassen, denn persönlich hat sie noch keine schlechten Erfahrungen gemacht: „Ich bin noch nie so wirklich angepflaumt worden“, erzählt die 45-Jährige. „Ich hatte allerdings auch das Glück, jetzt nicht unbedingt mit Otto Rehhagel zusammenzutreffen.“

Zum Journalismus ist Stefanie Wahl eher zufällig gekommen, oder genauer gesagt: Der Journalismus ist zu ihr gekommen. „Als ehemalige Leichtathletin hat mich ein Redakteur der Heilbronner Stimme angesprochen, ob ich ihm nicht bei der Recherche für einen Artikel behilflich sein könnte“, erzählt die studierte Sportwissenschaftlerin. Daraus entstand eine freie Mitarbeit, später ein Volontariat, danach wurde sie Redakteurin. 2001 wechselte sie zur Stuttgarter Zeitung und kehrte im Oktober 2005 als Leiterin des Sportressorts zur Heilbronner Stimme zurück.

Ihre aktive Zeit als Leichtathletin hat sie während des Studiums ausklingen lassen, doch von den Erfahrungen aus dieser Zeit profitiert sie heute. „Ich glaube manchmal zu wissen, wie man als Athlet denkt“, sagt Stefanie Wahl und spricht über den Moment, in dem man „einen Sportler vielleicht besser nochmal für zehn Sekunden in Ruhe lässt“.

Sport ist eine Herzensangelegenheit für Stefanie Wahl. Daher macht sie sich als Geschäftsführerin der Sporthilfe Unterland e. V. Heilbronn-Hohenlohe stark für die Förderung von Nachwuchsathleten aus der Region. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie steinig der Weg nach oben sein kann“, erzählt Stefanie Wahl und denkt dabei zurück an ihre sportliche Schulzeit. „Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass es anderen nicht so schwer gemacht wird.“

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Video-Credits: Musik: Simon Wilkinson. Redaktion: Beate Füth. Autor, Kamera & Schnitt: Roman Mischel. Dieses Video wurde unter Creative Commons Lizenz (BY-NC-ND 3.0 DE) veröffentlicht.

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